Autor: Andreas Becker
Letzte Aktualisierung: 27.04.2009
Über den Umgang mit den Wirtschaftsredaktionen
Wer in Redaktionen von Wirtschafts- und Management-Titeln nach dem größten Ärgernis fragt, bekommt zu hören, was allen Empfängern von PR-Informationen zu schaffen macht: Es geht um die extrem hohe Anzahl zugeschickter Pressemeldungen und sonstiger PR-Botschaften, deren Selektion nach dem Motto ’die guten ins Töpfchen – die schlechten ins Kröpfchen’ nicht nur Zeit kostet, sondern auch nervt. Und: Da dieses Genre zu den begehrtesten Zielmedien der PR-Betreibenden überhaupt gehört, lässt sich leicht nachvollziehen, dass hier die über alle Kanäle anschwemmende Flut von PR-Messages um so höher ist.
Vorsicht also vor zu großen Verteilern, etwa nach dem Motto: Die Wirtschaftstitel sind immer wichtig und erhalten deshalb grundsätzliche alle Pressinfos; der Bumerang, den man damit auf den Weg brächte, käme mit Sicherheit wieder zurück und heftig um die Ohren geflogen:
Wer die Redaktionen über Gebühr und antizipierter Interessenlage mit Pressenotizen belanglosen Inhalts sozusagen zuspammt, kommt dort recht schnell auf die imaginäre rote Liste derer, denen es künftig auch mit durchaus interessanten News sehr schwer fallen wird, Gehör und Berücksichtigung in der Berichterstattung zu finden.
Daher gilt hier – wie grundsätzlich im Umgang mit allen Redaktionen – ganz besonders: Wer zielgruppenspezifisch und mundgerecht Inhalte liefert, ist im Vorteil. Der Weg zur Erwähnung im redaktionellen Teil geht oftmals über eine lange Anlaufstrecke, in der man sich und sein Unternehmen als möglichst objektiven Lieferanten relevanter Informationen anbietet.
Gerade auch Offenheit- und Ehrlichkeit zählen zu den obersten Geboten im Umgang mit den Redaktionen. So wird ein entschuldigendes ’nicht ermächtigt sein, darüber zu sprechen’ völlig anders aufgenommen als Verbreiten von Unwahrheiten. Aus der Perspektive des Journalisten gesprochen: Wie soll es denn erst um das Unternehmen aussehen, wenn bereits an der Schnittstelle zum Wirtschafts- und Management-Titel gelogen und geheuchelt wird?
Welche Informationen wollen die Wirtschaftsredakteure
| Interessante Themen | Uninteressante Themen |
| Umsatzzahlen | Produktmeldung |
| Wachstum des Unternehmens | Neukunden, die keiner kennt |
| Strategische Ausrichtung | Messeteilnahme |
| Wirtschaftsstandort | Roadshow-Teilnahme |
| Management | Mitarbeiterwechsel auf unterer Ebene |
| Marktbeobachtung | Kundentage |
| Überregionale Ereignisse | Regionale Ereignisse |
Experte: Herr Andreas Becker
Andreas Becker; M.A. (Jahrgang 1965) ist als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter bei ars publicandi© für die betriebswirtschaftlichen Geschicke des Unternehmens verantwortlich. Know-how und Erfahrung für diesen Aufgabenbereich basieren auf einer kaufmännischen Lehre und entsprechender Berufserfahrung inklusive vierjähriger Tätigkeit als kaufmännischer Leiter. Anfangs noch berufsbeglei-tend folgte das Studium der Informations-, Rechts- und Sportwissenschaften, das er 1995 mit dem Magister-Diplom abschloss; mehrere Praktika bei Rundfunk, Fernsehen, Nachrichtenagenturen und einem wissenschaftlichen Institut ergänzten seine Studienaktivitäten. Zu den journalistischen Stationen gehörte zuletzt die Position des PR-Redakteurs in einer spezialisierten Agentur. Das Schreiben hat sich zum inhaltlichen Schwerpunkt seiner Beratungsaufgaben entwickelt.
E-Mail: ABecker@ars-pr.de
