Autor: Marcus Amann
Letzte Aktualisierung: 28.08.2006

So schreiben Sie Internettexte, die gelesen werden

Internetbesucher sind ungeduldig. Wenn sie nicht sofort die für sie relevanten Informationen finden, ziehen sie in kürzester Zeit weiter. Außerdem unterscheidet sich das Leseverhalten im Internet in einigen Punkten wesentlich von gedruckten Unterlagen. Deshalb ist es nicht nur wichtig, was Sie sagen, sondern auch, wie Sie es sagen.

Am Bildschirm wird langsamer und ungenauer gelesen

Dies ist das Ergebnis mehrerer Untersuchungen. Die Lesegeschwindigkeit ist gegenüber Papier um 25 bis 30 Prozent geringer. Nur 16 Prozent lesen einen Text von Anfang bis Ende. Der Inhalt wird ungenauer und unkonzentrierter wahrgenommen, maximal die Hälfte des Textes bewusst aufgenommen. Die meisten überfliegen den Inhalt lediglich und bleiben bei Schlüsselwörtern, nach denen sie suchen, hängen. Informationen, die beim Aufruf der Seite im Browser ohne Scrollen sichtbar sind, finden besondere Beachtung.

 

Mit diesem vierstufigen Aufbau werden Ihre Internettexte beachtet

Mit folgendem Schema halten Sie Ihre Online-Besucher bei der Stange, berücksichtigen Sie die oben genannten Forschungsergebnisse und erzeugen Sie die von Ihnen gewünschten Reaktionen:

 

1. Die Überschrift verrät sofort, um was es geht: Internetleser entscheiden meist schon bei der Überschrift, ob sich das Weiterlesen lohnt. Formulieren Sie diese deshalb so, dass der Leser sofort erkennt, ob ihn der Text persönlich betrifft und welcher Nutzen für ihn drinsteckt.

2. Die Einleitung fasst das Wichtigste des Texts zusammen: Konkretisieren Sie den in der Überschrift angedeuteten Nutzen, indem Sie das Wichtigste des Texts am Anfang kurz zusammenfassen. Sorgen Sie dafür, dass sich die Einleitung vom restlichen Text deutlich absetzt, zum Beispiel durch eine fette Schrift.

3. Der Hauptteil liefert die Detail- und Hintergrundinfos: Reden bzw. schreiben Sie auch hier nicht lange um den heißen Brei herum. Bieten Sie ohne Umschweife die Fakten. Zum Beispiel eine Produktbeschreibung oder eine Anleitung.

4. Mit dem Handlungsteil eine Reaktion beim Leser auslösen: Im letzten Teil Ihres Internettexts geht es darum, bei Ihrem Leser eine Reaktion auszulösen, ihn auf Ihr gewünschtes Ziel hinzulenken. Fordern Sie ihn zum Beispiel auf, eine weiterführende Website zu besuchen, eine Bestellung zu tätigen oder ein Anfrageformular auszufüllen.

 

Grundsätzlich müssen Ihre Webtexte drei Fragen beantworten: Warum soll Ihr Leser etwas tun? Diese Frage sollte schon in der Überschrift und Einleitung beantwortet werden. Was soll er tun? Beantworten Sie diese Frage im Hauptteil in Form von Lösungsansätzen. Wie geht er konkret vor? Was soll er als Nächstes tun? Zum Beispiel eine Anleitung ausführen oder eine von Ihnen angebotene Leistung in Anspruch nehmen.

 

Mit Schnellstraßen in Sekunden in die Köpfe Ihrer Online-Leser

Sie haben bereits erfahren, dass Internettexte kaum gelesen, in der Regel nur überflogen werden. Machen Sie sich diesen Umstand zunutze, indem Sie Ihre Leser mit Schnellstraßen durch den Text leiten und ihnen die Essenz des Inhalts präsentieren. Wie gehen Sie dabei vor? Verpacken Sie Schlüsselwörter und Nutzenaussagen in folgende Elemente:

·           Haupt- und Zwischenüberschriften

·           Hervorhebungen, wie farbige oder fette Textstellen

·           Aufzählungen

·           Hyperlinks

·           Bildunterschriften

 

Weitere Tipps, die Ihre Webtexte leichter lesbar machen

·           Kurze Absätze: maximal fünf bis sieben Zeilen, durch Leerzeilen getrennt

·           Schriftgröße mindestens 10 Punkt: Arial bzw. Helvetica als Schriftart ist am Bildschirm am besten zu lesen

·           Textbreite maximal 12 cm: Zum Beispiel im Rahmen eines Dreispaltendesigns mit dem Fließtext in der Mitte

·           Einfache Satzkonstruktion: Vermeiden Sie Verschachtelungen. Ein Gedanke, ein Satz und lieber ein Punkt als ein Komma

Marcus Amann

Experte: Herr Marcus Amann

Seit über zehn Jahren gewinnt Marcus Amann 100 Prozent seiner Kunden mit Hilfe des Internets. Sein Praxiswissen gibt er in Form von Beratungen, Seminaren und journalistischen Beiträgen an andere Kleinunternehmer, Trainer und Berater weiter.

E-Mail: ma@amann.de

Internet: http://www.amann.de

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© 06.09.2010