Autor: Christoph Münch
Letzte Aktualisierung: 12.12.2005
PR und Journalismus brauchen einander
Bereits als Schüler erfasste Christoph Münch die Leidenschaft zum Journalismus. Nach seiner journalistischen Ausbildung und reichhaltiger redaktioneller Erfahrung wechselte er vor über zwölf Jahren in den PR-Bereich. Er kennt somit beide Seiten und weiß, dass ohne den Filter und die journalistische Glaubwürdigkeit der Medien PR unglaubwürdig wäre.
Mit zwölf Jahren wollte Ihr bester Freund schon Feuerwehrmann werden ... und Sie PR-Manager? Auf welchem (Um)weg sind Sie in die Kommunikationsbranche gelangt?
Kultur, Musik und Sprachen waren schon als Jugendlicher meine Leidenschaften. Und schon als Schüler arbeitete ich im Journalismus: Schülerzeitung, Lokalblatt, Rundfunk. Als dann 1993 das Angebot kam, die touristische PR für Dresden zu machen, konnte ich einfach nicht nein sagen: Pressearbeit mit großer Internationalität, ein einmaliges „Produkt“ und dazu das Lebensgefühl in dieser von Kultur geprägten wunderschönen Stadt. So wechselte ich die Seiten vom Journalismus zur PR.
Welche Stationen Ihrer Ausbildung und Laufbahn würden Sie im Rückblick als die wichtigsten bezeichnen?
Alle waren wichtig: Wie Mosaiksteine formten sie den Erfahrungsschatz, seien es das Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte mit Blick über Heidelberg hinaus, meine Journalistenausbildung durch das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses mit den damit verbundenen Praktika oder aber auch zahlreiche private Reisen, bei denen ich viele Bekanntschaften weltweit knüpfen konnte und auch gute Freunde kennen lernte. Prägend war auch mein Auslandsstudienjahr in Rom.
Was würden Sie sich „ersparen“, wenn Sie die Chance für einen zweiten Anlauf auf der Karriereleiter erhielten?
Nichts.
Wie stehen Sie zum Thema Verbandsarbeit?
Der Erfahrungsaustausch mit Kollegen ist sehr wichtig. Verbände können dafür die geeigneten Foren sein. Natürlich können sie auch eine Stimme der Branche nach außen sein. Als Mitglied des DRV habe ich die Gelegenheit, mich mit beiden Seiten auszutauschen.
Was gehört für Sie zum Netzwerk eines PR-Schaffenden unbedingt dazu?
Ehrlichkeit, Vertrauen und das Interesse, an gemeinsamen Zielen zu arbeiten.
Wozu hätten Sie gern mehr Zeit – beruflich und privat?
Musik hören und ausüben und auch mal die Seele baumeln lassen. Außerdem gibt es das ein oder andere Reiseziel, das ich noch gern kennen lernen möchte.
Was ärgert Sie in Ihrem Berufsumfeld am meisten?
Wenn wegen mangelnder Kommunikation in der Zusammenarbeit mit Kollegen aus der PR-Branche die Chancen vertan werden, Synergien und Netzwerke zu bilden
Und was gefällt Ihnen am besten daran, „Kommunikationswerker“ zu sein?
An Netzwerken zu arbeiten und Partner für übergreifende Kampagnen zu finden.
Was sind aus Ihrer Sicht in Zukunft die wichtigsten Aufgaben der PR?
Hier möchte ich nur für meine Position sprechen: PR darf den Journalismus aus den Medien nicht verdrängen. PR soll die Journalisten auf wichtige und gute Themen aufmerksam machen und inhaltlich überzeugen. Ohne den Filter und die journalistische Glaubwürdigkeit der Medien wird PR unglaubwürdig. PR und Journalismus brauchen einander.
Wer ist beruflich Ihr größtes Vorbild?
Die PR der katholischen Kirche, die seit 2000 Jahren mit großem Erfolg funktioniert, fasziniert mich immer wieder.
Wenn Sie als erster Mensch auf den Mars fliegen, welche drei Zeitschriften lassen Sie sich dorthin nachschicken?
Am liebsten den Lesezirkel mit wechselnden Blättern.
Sie haben genau eine Minute lang alle Menschen dieser Welt in einer Konferenzschaltung am Telefon. Was ist Ihre Nachricht?
Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Das menschliche Leben ist so facettenreich, dass es viele Wege gibt, dieses Leben verantwortungsvoll und mit Respekt für andere zu führen. Daher hat auch niemand das Recht, seine „Wahrheit“ anderen aufzuzwingen.
Experte: Herr Christoph Münch
Christoph Münch studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte in Heidelberg und Rom. Daneben machte er eine studienbegleitenden Ausbildung am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses. Nach freiberuflicher Tätigkeit für den Süddeutschen und Saarländischen Rundfunk sowie verschiedene Zeitungen ist er seit 1994 Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Dresden-Werbung und Tourismus GmbH und damit touristischer Pressesprecher der Landeshauptstadt in Sachsen.
