Autor: Christine Scharf
Letzte Aktualisierung: 12.12.2008
PR-Trends 2009: Die vierte Mediensäule muss bedient werden
Gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise sollte man um die Budgets für PR-Maßnahmen kämpfen, denn Vertrauen kann nur durch Offenheit aufgebaut werden. Das Internet als vierte Mediensäule, neben Print, Radio und TV, bietet dazu viele Möglichkeiten. Im Interview mit Public-Relations-Experts verrät Christine Scharf, welche Trends sie für das kommende Jahr als wichtig erachtet.
Welches sind die drei bestimmenden Themen für das Jahr 2009 aus PR-Sicht? Was bedeutet das für PR-Verantwortliche im Unternehmen und wie sollten sie sich darauf vorbereiten?
Die Finanz- und Wirtschaftskrise und die damit verbundene Unsicherheit der Verbraucher, der Klimawandel und die Energiekrise. Zwar werden die neoökologischen Themen derzeit von Wirtschaftsthemen überlagert, doch kommen wir um die Auseinandersetzung mit dem sich abzeichnenden Klimawandel, der Rohstoffverknappung und dem sich nur langsam etablierenden neuen Umweltbewusstsein nicht herum. Spätestens wenn sich die Wirtschaft wieder annähernd stabilisiert hat, ziehen die Energiepreise an und diese Themen rücken wieder in den Vordergrund.
PR-Verantwortliche müssen sich diesen neuen marktübergreifenden Themen stellen, ihre PR-Strategien hinterfragen und checken, inwieweit sie den neuen Anforderungen gerecht werden. In jedem Fall sollten sie sich verstärkt dem Krisenmanagement widmen. Auch Fach- und Führungskräfte sollten auf eventuelle Krisensituationen vorbereitet werden. Denn gerade während einer Krise kann schnell das Vertrauen der Zielgruppe in ein Unternehmen durch voreilige, aber auch durch verspätete Kommunikation gestört werden. Und nur glaubhafte und vertrauenswürdige Kommunikation mit den Mitarbeitern, aber auch mit anderen wichtigen Partnern und natürlich den Kunden führt in dieser Situation zum Ziel. Fehlende Kommunikation verursacht nur Unsicherheit und führt zu unkontrollierbaren Spekulationen.
Die Wirtschaft stottert - gewinnt PR nun als vermeintlich günstigeres Marketinginstrument an Bedeutung oder wird eher am PR-Budget mangels Messbarkeit herumgestrichen? Wie können PR-Verantwortliche auf diese Situation reagieren?
Erfahrungsgemäß werden gerade zu Beginn einer Wirtschaftskrise viele Budgets radikal gekürzt, ohne die möglichen langfristigen Konsequenzen zu berücksichtigen. Doch beispielsweise sollte gerade jetzt verstärkt in PR-Maßnahmen investiert werden. Betrachten wir alleine die Vertrauenskrise bei den Banken. Die Verbraucher sind verunsichert. Hier muss Vertrauen durch Offenheit neu aufgebaut und massiv an den Images gearbeitet werden.
Die Erfolgsmessung von PR wird nach wie vor nicht so gut akzeptiert wie bei Werbung und Direktmarketing. Doch zeigt sich auch hier, dass es sinnvoll ist, eine ausgereifte PR-Strategie zu haben, die die komplette Pressearbeit einschließt. Evaluationsergebnisse lassen sich so schlüssiger darlegen und überzeugen eher die Geschäftsleitung von der Wirksamkeit der Maßnahmen und Aktionen.
Der Weg ins Netz: Welchen Anteil und welche Bedeutung hat das Internet bei PR-Maßnahmen?
Selbstverständlich muss die vierte Mediensäule neben TV, Radio und Print ausreichend bedient werden. Die amerikanische Präsidentenwahl hat sehr deutlich gezeigt, wie wichtig und zielführend der richtige Umgang mit dem Internet und seinen Usern sein kann. Und Online Relations gewinnen immer mehr an Einfluss. Doch gibt es hier noch viel zu lernen. Die User sind sehr vielschichtig und differenziert zu betrachten, jedes der Instrumente hat seine Eigenarten.
Häufig wird die Bedeutung des Internets bei der Pressearbeit unterschätzt oder aber die Umsetzung scheitert bei vielen Pressestellen am Zeitmangel und an fehlenden Budgets. Dementsprechend wird das Pressematerial den Anforderungen der Onlineredaktionen nicht gerecht. Denn schnell, transparent und problemlos verfügbar müssen hier die Presseinformationen und Bilddaten sein. Onlineredakteure arbeiten schließlich meist unter enormem Zeitdruck. Fehlende Suchfunktionen im Pressebereich oder gar eine Passwortsicherung sind hier äußerst hinderlich. Ansprechpartner müssen kurzfristig erreichbar sein - um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Experte: Frau Christine Scharf
Christine Scharf ist PR-Beraterin (DPRG). Die gelernte Verlagskauffrau studierte Public Relations in Heidelberg und gründete 2002 ScharfPR - Agentur für Unternehmenskommunikation. ScharfPR befasst sich im Umfeld Ökologie im weitestens Sinne. Zum Kundenkreis gehören Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Gesundes Wohnen und Arbeiten, Alternative Umweltenergien, Ökologisches Bauen und Sanieren, Schadstoffe in Innenräumen, Gebäudebedingte Erkrankungen, schadstofffreie Kleidung, ökologische Inneneinrichtung u.v.m.
