Autor: Dr. Knut Hansen
Letzte Aktualisierung: 22.06.2004
PR-Manager im Portrait - 10 Fragen an Knut Hansen
Seriöse Öffentlichkeitsarbeit betreiben und die Mischung aus intellektueller und emotionaler Überzeugungsarbeit im PR-Alltag sind für Knut Hansen wichitge Bausteine in seinem Verantwortungsbereich als Abteilungsdirektor der HVB Group, Konzernpressestelle in München.
Mit zwölf Jahren wollte Ihr bester Freund schon Feuerwehrmann werden ... und Sie Pressesprecher? Auf welchem (Um)weg sind Sie in die Kommunikationsbranche gelangt?
Weder Feuerwehrmann noch Pressesprecher. Als das Ende der Ära Kohl Anfang 1998 mit Händen zu greifen war, suchte ich für mich jenseits der politischen Hilfsdienste eine neue Aufgabe. Im Fokus stand dabei der PR-Bereich. Als mir dort über einen befreundeten Journalisten eine sehr interessante Aufgabe angeboten wurde, habe ich sofort ja gesagt.
Welche Stationen Ihrer Ausbildung und Laufbahn würden Sie im Rückblick als die wichtigsten bezeichnen?
Die drei Jahre im Bundesministerium der Justiz. Ein Historiker unter annähernd 300 Juristen muss für sich Überzeugungsarbeit leisten. Es war sehr reizvoll, sich schrittweise in die völlig unbekannte Materie einzuarbeiten und sich die Anerkennung der Kollegen zu erarbeiten.
Was würden Sie sich "ersparen", wenn Sie die Chance für einen zweiten Anlauf auf der Karriereleiter erhielten?
Im Studium das Nebenfach Philosophie. Stattdessen hätte ich lieber noch eine weitere moderne Sprache vertiefen sollen.
Wie stehen Sie zum Thema Verbandsarbeit?
Sicher nötig, trotzdem "not my cup of tea".
Was gehört für Sie zum Netzwerk eines PR-Schaffenden unbedingt dazu?
Sparringpartner, die einem auch gerade heraus sagen, wenn die Richtung nicht stimmt.
Wozu hätten Sie gerne mehr Zeit - beruflich und privat?
Beruflich: mehr Zeit, gute Konzepte auch umzusetzen. Privat: mehr Zeit zum selber kochen.
Was ärgert Sie in Ihrem Berufsumfeld am meisten?
Die, die jede Aufgeregtheit nicht nur aufnehmen, sondern auch noch verstärken und weitergeben.
Und was gefällt Ihnen am besten daran, "Kommunikationswerker" zu sein?
Die Mischung aus intellektueller und emotionaler Überzeugungsarbeit. Beide Hirnhälften werden beansprucht.
Was sind aus Ihrer Sicht in Zukunft die wichtigsten Aufgaben der PR?
Sich in der Öffentlichkeit wieder eindeutig als seriöser Partner zu positionieren, dessen Handwerkszeug nicht in erster Linie der Gang zum Schneider oder die Einladung zu Großereignissen ist.
Wer ist beruflich Ihr größtes Vorbild?
Oje, eine schwierige Frage. Ohne "berufliche" würde ich Politiker wie Otto von Bismarck oder Gustav Stresemann nennen, die im Laufe ihres Lebens von engstirnigen Dogmatikern aus besserer Erkenntnis zu Pragmatikern wurden.
Wenn Sie als erster Mensch auf den Mars fliegen, welche drei Zeitschriften lassen Sie sich dorthin nachschicken?
GEO, Spiegel, Flugrevue
Sie haben genau eine Minute lang alle Menschen dieser Welt in einer Konferenzschaltung am Telefon. Was ist Ihr Nachricht?
Wenn jeder seine Belange und Interessen fair, offen und kompromissbereit vertritt, wird das in der Summe den größtmöglichen Nutzen für alle erbringen.
Experte: Herr Dr. Knut Hansen
Dr. Knut Hansen ist seit 1998 Pressereferent bei der HypoVereinsbank, München; dort seit 2001 stellv. Abteilungsdirektor, seit 2003 Abteilungsdirektor. Derzeit neben Anfragen in der strategischen Konzernkommunikation verantwortlich für die PR-Betreuung des Geschäftsfelds Corporates and Markets sowie des Ressorts Firmenkunden und Freie Berufe. Vorher war er nach dem Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politischen Wissenschaft und Philosophie als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Edzard Schmidt-Jortzig, MdB tätig. Mit dessen Berufung zum Bundesjustizminister 1995 Wechsel als Persönlicher Referent ins Bundesministerium der Justiz, ab 1997 zusätzlich stellvertretender Leiter des Ministerbüros.
