Autor: Ulf-Hendrik Schrader
Letzte Aktualisierung: 27.11.2006

PR-Manager im Porträt: Von der Schülerzeitung zum Online-PR

Reizvoll wäre es für Ulf-Hendrik Schrader, „wenn die Menschheit sich wieder entschleunigen könnte und aufhören würde, unzähligen Vorbildern gleichzeitig gerecht werden zu wollen, das führt zwangsläufig zu Unzufriedenheit“. Über seinen beruflichen Werdegang sprach er mit Public-Relations-Experts.

Mit zwölf Jahren wollte Ihr bester Freund schon Feuerwehrmann werden ... was wollten Sie werden? Auf welchem (Um)weg sind Sie in die Kommunikationsbranche gelangt?
Mit zwölf wollte ich Gärtner oder Gartenarchitekt werden. In die Kommunikationsbranche bin ich über meine eigene Schülerzeitung und die sich daran wie von selbst knüpfenden Jobs und Tätigkeiten bis hin zur eigenen Agentur gelangt.

Welche Stationen Ihrer Ausbildung und Laufbahn würden Sie im Rückblick als die wichtigsten bezeichnen?
Es fällt mir schwer, einzelne Stationen herauszuheben. Prägend waren eine Vielzahl von Erfahrungen, die ich in verschiedenen Positionen sammeln durfte. Als wertvoll haben sich meine während des Studiums erworbenen Webdesign-Fähigkeiten erwiesen. Am meisten gelernt habe ich wohl seit Gründung meiner Agentur.

Was würden Sie sich „ersparen“, wenn Sie die Chance für einen zweiten Anlauf auf der Karriereleiter erhielten?
Als bekennender Autodidakt habe ich nie den bequemen Weg gewählt und für manche Erkenntnis einen zu hohen Preis gezahlt. Ein erfahrener Mentor hätte mir einige unangenehme Lektionen ersparen können, aber letztlich lassen sich selbst gemachte Erfahrungen nicht durch Ratschläge anderer ersetzen.

Wie stehen Sie zum Thema Verbandsarbeit?
Oft etwas zäh und frustrierend, gleichwohl anregend und eine interessante Plattform für das Networking.

Was gehört für Sie zum Netzwerk eines PR-Schaffenden unbedingt dazu?
Kollegen mit unterschiedlichen Spezialisierungen zum Erfahrungsaustausch sowie Redakteure und freie Journalisten mit Schwerpunkten, die den eigenen entsprechen.

Wozu hätten Sie gern mehr Zeit - beruflich und privat?
Für die Familie, zum Lesen und dazu, einfach mal auf einer Wiese zu liegen und nichts zu tun.

Was ärgert Sie in Ihrem Berufsumfeld am meisten?
Dass die mit der wenigsten Ahnung oft die größte Klappe haben - und es nicht mal merken. PR-Leute nehmen sich häufig auch zu wichtig. Das wirkt dann auf Außenstehende albern und man schämt sich fast, mit dazuzugehören.

Und was gefällt Ihnen am besten daran, „Kommunikationswerker“ zu sein?
Das Kommunizieren an sich - und zwar immer dann, wenn es allen Beteiligten etwas bringt. Der Journalist freut sich über eine gute Story, der Kunde freut sich über einen Artikel und ich freue mich, einmal wöchentlich die Veröffentlichungen durchzublättern, die wir für unsere Kunden erzielen konnten. Auch daran teilzuhaben, wie junge Unternehmen sich etablieren und wachsen, ist äußerst befriedigend.

Was sind aus Ihrer Sicht in Zukunft die wichtigsten Aufgaben der PR?
Zugegeben, ich bin nicht ganz objektiv, denn Online-PR ist mein Spezialgebiet. Aber die faszinierenden Möglichkeiten des Internets werden bislang nur vereinzelt voll ausgeschöpft. Hier besteht also noch ein enormer Aufholbedarf.

Wer ist beruflich Ihr größtes Vorbild?
Ich habe keine beruflichen Vorbilder.

Wenn Sie als erster Mensch auf den Mars fliegen, welche drei Zeitschriften lassen Sie sich dorthin nachschicken?
Gibt es da oben kein Internet? Na gut: Die Internet World Business, den PR Report und zum Ausgleich ein schönes Gartenmagazin.

Sie haben genau eine Minute lang alle Menschen dieser Welt in einer Konferenzschaltung am Telefon. Was ist Ihre Nachricht?
So viel Sendungsbewusstsein habe ich nicht. Aber reizvoll wäre es, wenn die Menschheit sich wieder entschleunigen könnte und aufhören würde, unzähligen Vorbildern gleichzeitig gerecht werden zu wollen, das führt nämlich zwangsläufig zu Unzufriedenheit.

Ulf-Hendrik Schrader

Experte: Herr Ulf-Hendrik Schrader

Ulf-Hendrik Schrader ist Dozent für Online-PR an der Fachhochschule Hannover und Inhaber der Kommunikationsagentur Schrader. Die 1999 gegründete hannoversche Agentur ist vor allem unter den Marken prdienst.de und affiliatepr.de bekannt und hat sich in der Branche zuletzt als Herausgeberin der PR-Toolbar und Initiatorin des PR-Forums einen guten Namen gemacht.

Internet: http://www.prdienst.de

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© 31.07.2010