Autor: Günther Kress
Letzte Aktualisierung: 19.11.2004

PR-Manager im Portait - 12 Fragen an Günther Kress

Als Gründer des seit 1966 erscheinenden kressreport, gehört Günther Kress zu den Old Boys der deutschen Kommunikationsbranche. Obwohl sich Günther Kress seit gut zwei Jahren immer mehr von der aktiven Arbeit zurückgezogen hat, ist er weiterhin ein gefragter Gesprächspartner, der sehr direkt und auch kontrovers zum heutigen Kommunikationsalltag Stellung bezieht.

Mit zwölf Jahren wollte ihr bester Freund schon Feuerwehrmann werden ... und Sie Pressesprecher? Auf welchem (Um)weg sind Sie in die Kommunikationsbranche gelangt?
Mit zwölf Jahren wollte ich weder Feuerwehrmann noch Lokomotivführer noch Pressesprecher werden, sondern "irgendwas mit Psychologie". Im Übrigen war Krieg.

Welche Stationen Ihrer Ausbildung und Laufbahn würden Sie im Rückblick als die wichtigsten bezeichnen?
Die ersten drei Jahre mit Waldemar Schweitzer und jedes einzelne meiner insgesamt 30 Jahre als selbstständiger Journalist und Verleger des kressreport.

Was würden Sie sich "ersparen", wenn Sie die Chance für einen zweiten Anlauf auf der Karriereleiter erhielten?
Nichts!

Wie stehen Sie zum Thema Verbandsarbeit?
Distanziert

Was gehört für Sie zum Netzwerk eines PR-Schaffenden unbedingt dazu?
Von außen betrachtet:
Vielseitige Interessen, sowohl Geistes- als auch Herzensbildung, Zuverlässigkeit und Diskretion. In der Folge:
Gründlichkeit, seriöse Beschäftigung mit Aufgaben und - ebenso wichtig - seriöser Dienst am Kunden ohne Rückgratverkrümmung. Eine ernsthafte, ungeschleimte Wirkung in die Öffentlichkeit, die auf glaubwürdige Vermittlung der Botschaft setzt. Der Umgang mit Redaktionen sollte auf eine vertrauensvolle Kooperation ohne dabei in Kumpelhaftigkeit zu verfallen ausgerichtet sein.

Wozu hätten Sie gerne mehr Zeit - beruflich und privat?
Während der aktiven Zeit: Lesen, lesen, lesen. Reisen, reisen, reisen.
Ganz privat: Für die Familie.

Was ärgert Sie in Ihrem Berufsumfeld am meisten?
Lügenhafte Gesprächspartner, unsouveräne Gesprächspartner, unseriöse PR-Flüsterer, arrogante "Chef"-Sekretärinnen am Telefon.

Und was gefällt Ihnen am besten daran, "Kommunikationswerker" zu sein?
Die Tätigkeit an sich. Souveräne, informierte Gesprächspartner, intelligente, bescheidwissende Chefsekretärinnen. Insgesamt der Umgang mit ganz überwiegend gebildeten, kreativen, unternehmenden Persönlichkeiten, die meist sogar mit Humor gesegnet sind und einen beharrlich fragenden Journalisten nicht weniger respektvoll behandeln als einen engen Mitarbeiter.

Was sind aus Ihrer Sicht in Zukunft die wichtigsten Aufgaben der PR?
Die alten. (Siehe Frage "Was gehört für Sie zum Netzwerk eines PR-Schaffenden unbedingt dazu"?)

Wer ist beruflich Ihr größtes Vorbild?
Rudolf Augstein, Hans Leyendecker, Wolf Schneider (als Sprachpfleger)

Wenn Sie als erster Mensch auf den Mars fliegen, welche drei Zeitschriften lassen Sie sich dorthin nachschicken?
Spiegel, Geo, New Yorker.

Sie haben genau eine Minute lang alle Menschen dieser Welt in einer Konferenzschaltung am Telefon. Was ist Ihr Nachricht?
Make love, not war! Und Lest, lest. lest!

Günther Kress

Experte: Herr Günther Kress

Günther Kress begann nach dem Abitur 1949 eine dreijährige Lehrzeit als Elektroinstallateur im väterlichen Betrieb mit Gesellenprüfung. Zwecks Broterwerb hatte er danach einige Jobs bei der US-Armee samt Englisch-Crashkurs. 1954 begann er als Volontär im Pressebüro von Waldemar Schweitzer in Stuttgart. Ab 1962 war er Alleinredakteur von Schweitzers Newsletter "aus unseren kreisen". 1966 machte er sich selbstständig mit dem kressreport.

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© 09.09.2010