Letzte Aktualisierung: 25.10.2007
News November 2007
Rückblick auf den Oktober 2007 aus PR-Sicht. Was hat sich getan? Wo entwickeln sich neue Trends?
Burda startet Privat-TV für Österreich
Im Dezember will der neue österreichische Privatsender Austria 9 TV starten. An dem Sender ist der Medienkonzern Burda mit 51 Prozent beteiligt. WeitereGesellschafter sind Focus-Chef Helmut Markwort (9 Prozent) und der ehemalige RTL-II-Geschäftsführer Josef Andorfer (25 Prozent ). Der Kanal will zur Hauptsendezeit am Abend ältere Serien und Spielfilme ausstrahlen, tagsüber sollen Anrufshows für Umsatz sorgen. Als Geschäftsführer wirkt Conrad Heberling, ehemaliger Marketing- und Kommunikationschef von RTL II und zuletzt Chef des Telenovela-Vermarkters Dori Media. Heberling ist auch selbst mit 10Prozent an dem Sender beteiligt. Die 9 im Sendertitel soll die neun österreichischen Bundesländer repräsentieren.
Werbung wächst wieder
TV und Radio legten laut Nielsen Media Research deutlich zu. Der deutsche Werbemarkt bleibt auf Wachstumskurs. Wie Nielsen Media Research für die ersten drei Quartale 2007 ermittelte, summieren sich die Bruttoausgaben für klassische Werbung bis Ende September auf 14,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Plus von vier Prozent. Besonders wachstumsstark: das Fernsehen. Der mit knapp sechs Milliarden Euro umsatzstärkste Bereich verzeichnet mit einem Plus von 6,4 Prozent einen enormen Zuwachs. Auch Radio hat deutlich zugelegt. Das Medium konnte Werbeaufwendungen in Höhe von rund 933 Millionen Euro erwirtschaften (plus 8,4 Prozent). Die Werbeeinnahmen der Tageszeitungen wuchsen dagegen nur um 2,7 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, Publikumszeitschriften mussten sogar ein Minus von 1,3 Prozent hinnehmen.
Gerüchte zählen mehr als Fakten
Gegen Klatsch und Tratsch kommen objektive Informationen nur schwer an. Menschen lassen sich in ihrem Urteil über andere und in ihren Entscheidungen selbst dann von Gerüchten beeinflussen, wenn ihnen neutrale und objektive Informationen zur Verfügung stehen. Das zeigen Untersuchungen von Forschern aus Plön (Schleswig-Holstein) und Wien. Klatsch eigne sich bestens, um soziale Informationen innerhalb einer Gruppe zu übertragen, folgern die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).
Verstärkung für PR PLUS
Zum 1. November 2007 erhält die fünfköpfige PR PLUS-Redaktion Verstärkung durch Simone Heinrich. Die 34-Jährige hat im August dieses Jahres das PR PLUS-Fernstudium mit der DPRG-Prüfung abgeschlossen und wechselt nun von der Hochschule Karlsruhe nach Heidelberg. Dort betreute sie zuletzt einen Onlinekurs für Existenzgründerinnen. Didaktische Erfahrung bringt Simone Heinrich ebenfalls mit: Am Lehrstuhl für Literaturwissenschaft der Universität Karlsruhe (TH) arbeitete sie als Tutorin und unterrichtete Deutsch als Fremdsprache am Studienkolleg. Bei PR PLUS wird nun die Betreuung der aktuellen Teilnehmer ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sein. Immerhin 210 PR-Leute studierten im Oktober in zwölf parallel laufenden Kursen an den Standorten Heidelberg, Köln und Krems. "Die Teilnehmer wenden sich mit Fragen zu den Studienbriefen oder den monatlichen Aufgaben an uns, wir betreuen die Abschlussarbeiten und helfen auch gern weiter, wenn es mal Fragen aus dem beruflichen Umfeld gibt", so Christina Fischbach, die sich bislang vor allem um die Studierenden kümmerte und dies nun an die neue Kollegin abgibt. Fischbach wird sich zukünftig verstärkt um neue Projekte kümmern, die derzeit in der Planungsphase sind.
Stressabbau-Tipps alle zwei Wochen gratis
Eine permanente Erinnerung daran, dass man selbst etwas gegen seinen Stress tun kann, unterstützt die eigene Stressstabilität und die Stressbewältigung. Daher bietet das Institut für Werden & Wandel mit Sitz in Kaltenkirchen, Schleswig-Holstein, einen zweiwöchentlichen Newsletter zu diesem Thema an. So erhält der Leser regelmäßig Tipps zum Stressabbau sowie Methoden zur Stressbewältigung. Inhalte bisheriger Newsletter sind konkrete Handlungsanweisungen.
Ein Stressabbau-Tipp lautet: „Wenn Sie am Schreibtisch sitzen und gestresst sind, stehen Sie auf, nehmen Sie sich einen Stuhl und setzen Sie sich Ihrem Arbeitsplatz gegenüber, schauen Sie Ihren Arbeitsplatz an und versuchen Sie so, eine andere Perspektive zu bekommen. Haben Sie Mitgefühl für die Person, die normalerweise dort an diesem Tisch sitzt, und versuchen Sie durch diesen Perspektivwechsel Lösungen für Ihren Stress zu finden.“
Ein anderer Tipp lautet: „Ärgern Sie sich nächstes Mal nicht, wenn Sie an der Kasse die längste Schlange erwischt haben ... Freuen Sie sich über die Wartezeit, in der Sie an anderes denken können, in der Sie andere Menschen und Gerüche und Eindrücke wahrnehmen als am Arbeitsplatz, nutzen Sie diese "sinnlose" Zeit um durchzuatmen.“ Das Institut hat drei Schwerpunkte: Menschen und Organisationen so zu unterstützen, dass Talente und Potenziale zum Vorschein kommen und optimal und gewinnbringend genutzt werden; Mensch und Organisation in problematisch erscheinenden Situationen zu beraten und zu unterstützen. (z.B. Stressbewältigung) sowie nach effizienten und nachhaltigen Coaching-Methoden und -Techniken zu forschen und sie zu optimieren. Daher ist die Einrichtung dieses Newsletters die konsequente Fortführung des prozessorientierten Ansatzes des Institutes und eine Methode, durch regelmäßige Erinnerungen die prozessorientierte Entwicklung des Menschen zu unterstützen und ihn zu selbstverantwortlichem Handeln beim Stressabbau zu motivieren.
Zu beziehen ist der kostenlose Newsletter auf der Seite www.stress-abbau.com unter „Stressbewältigungs-Tipps“
Die Welt wird bunter
Und "Die Welt" bewegt sich doch: Axel Springers überregionale Tageszeitung erscheint ab Montag in neuer Optik. Das gab das Berliner Verlagshaus am Freitag bekannt. Demnach erscheint das Blatt mit einer "noch klareren Artikelstruktur und dem Schrifttyp Poynter". "Nach unserem Motto `Die Welt gehört denen, die neu denken` und dem Relaunch unseres Onlineauftritts entwickeln wir im Sinne einer beständigen Modernisierung auch die Zeitung weiter", erklärt "Welt"-Chefredakteur Thomas Schmid. Das Layout werde moderner und eleganter. Die Veränderungen der "Welt" zeigen sich bereits im Logo auf der Titelseite: Die Welt-Kugel neigt sich künftig ein wenig, der Schriftzug ist nicht mehr verschattet. Die Teaser stehen neu unterhalb des Namenszuges, insgesamt sind es künftig nur noch drei statt fünf. Der Titelkopf wird kleiner, um oberhalb des Bruchs mehr Platz zu schaffen. Die Kolumne "Zippert zappt" wandert nach oben. Strukturell besteht die Seite eins künftig aus einem klaren Aufmacher, zwei kleineren Geschichten und einem durch eine Doppellinie abgetrennten Artikel am Seitenfuß, der nicht nachrichtlich ist, sondern eine anrührende, überraschende oder komische Geschichte erzählt. Der Kommentar wird durch Linien links und rechts abgesetzt, der Flattersatz entfällt. Während sich die "Welt" neu einkleidet, expandiert das Schwesterblatt "Welt Kompakt" in den neuen Bundesländern: Ab 22. Oktober erscheint die Tabloid-Zeitung auch in Leipzig, Halle und Cottbus. Damit erscheint die "Welt Kompakt" dann in 45 deutschen Großstädten. Erst Ende September hatte Springer die NRW-Seiten der Zeitung eingestellt. Damals hieß es, dass die redaktionellen Kompetenzen gebündelt werden sollen.
Nur wenige Abo-Kündigungen bei der FAZ
189 gekündigte Abos hat die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" seit dem Relaunch vor zwei Wochen registriert. FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan zeigte sich gegenüber dem "Spiegel" erleichtert. Die Zahl der Abbestellungen sei "deutlich geringer als befürchtet". Ob die Blattreform mehr Leser bringe, wird sich laut Trevisan erst in den nächsten Monaten zeigen. Die ersten Rückmeldungen aus dem Kioskverkauf seien jedoch positiv. Die "FAZ" erscheint seit dem Relaunch u.a. mit einem farbigen Bild auf der Titelseite.
Spekulationen über Gratiszeitung
Der Burda-Verlag und die FAZ-Tochter Frankfurter Societäts-Druckerei denken über den Start einer Gratiszeitung nach. "Jeder spricht mit jedem", zitiert die "Financial Times Deutschland" eine nicht näher genannte Quelle beim Münchner Burda-Verlag. Gegenüber W&V Online dementierte ein Burda-Sprecher, dass es "konkrete Pläne" für einen Umsonst-Titel gebe. Ausgelöst wurden die Spekulationen von Post-Chef Klaus Zumwinkel. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG äußerte Anfang der Woche vor Journalisten in Moskau: "Die Phalanx deutscher Verlage gegen Gratiszeitungen wird nicht halten." Mehrere deutsche Verlage hätten in dieser Sache bei ihm angefragt. Die Post würde "mit Freude ein solches Produkt" in "ihr Verteilnetz aufnehmen". Dass die FTD sich in ihrem Bericht auf "Post-Kreise" beruft, ruft allerdings Skeptiker auf den Plan. Denn Zumwinkel und sein Konzern befinden sich derzeit in einer heftigen Fehde mit der Mehrheit der deutschen Zeitungshäuser. Die Verlage wollen nach dem Fall des Briefmonopols im nächsten Jahr im großen Stil ins Postgeschäft einsteigen. Derzeit tobt ein heftiger Lobbyismus-Wettstreit um die Einführung eines Mindestlohns für Postdienstleister. In den Verlagshäusern wertet man die öffentlichen Spekulationen des Post-Chefs deshalb überwiegend als Drohgebärde nach dem Motto "Greift ihr mich in meinem Kerngeschäft an, attackiere ich euch in eurem". Dass ein Verlag tatsächlich ernsthafte Pläne für einen Gratistitel hat, wird allgemein bezweifelt. Eine neue Gratiszeitung hätte außerdem mit heftigem Gegenwind zu rechnen. Große Zeitungsverlage wie Springer ("Bild", "Welt"), WAZ-Mediengruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung", "NRZ") und Dumont ("Kölner Express", "Frankfurter Rundschau") haben für diesen Fall Abwehrprodukte angekündigt. "Wir würden einen Tag später eine Gratiszeitung starten", sagte erst kürzlich WAZ-Chef Bodo Hombach. "Aber mit dem Ziel, dass am Ende beide Zeitungen eingestellt werden müssen." Burda hatte sich mit dem Verkauf der Schweriner Volkszeitung vor zwei Jahren in Deutschland eigentlich aus dem Geschäft mit Zeitungen zurückgezogen. 1991 brachte der Verlag gemeinsam mit Rupert Murdoch das Boulevardblatt Super heraus. Bei dem Projekt blieb der Verlag auf etwa 30 Millionen Mark Verlust sitzen. Die Superpleite gilt als eine der größten Niederlagen der jüngeren Verlagsgeschichte.
