Autor: Kai-Asmus Kaufmann
Letzte Aktualisierung: 13.04.2006

Mit Hingabe bei der Sache

Wenn man Beruf und Hobby vereinen kann, ist das meist eine sehr glückliche Fügung. Für Kai-Asmus Kaufmann hat sich dieser Traum dank seiner Offenheit und seines Gespürs für Kreativität realisiert. Als Referent für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Sportbund Pfalz geht sein berufliches Engagement weit über diese Aufgaben hinaus. So liebt er es, Projekte für den Verband „anzuschieben“. Dabei ist der Dachverband des pfälzischen Sports mit 52 Fachverbänden, 2100 Vereinen und 540.000 Mitgliedern die größte Personenvereinigung in der Pfalz.

Mit zwölf Jahren wollte Ihr bester Freund schon Feuerwehrmann werden ... und Sie PR-Manager? Auf welchem (Um)weg sind Sie in die Kommunikationsbranche gelangt?
Mit zwölf wollten alle meine Freunde und ich Fußballstars werden, allerdings erlebte ich mit zwölf Jahren auch die „Schmach von Cordoba“: Deutschland schied gegen Österreich bei der WM in Argentinien 1978 aus. Ich fing dann an Tennis zu spielen und wollte Björn Borg sein. Der Sport hat mich mein ganzes Leben lang begleitet und fasziniert. Als ich mich für das Studium der Kunstgeschichte entschied, wusste ich, dass es mal schwierig sein wird, in diesem Bereich einen Job zu bekommen, also habe ich mich immer offen für alles gezeigt. Es ist für mich eine glückliche Fügung, dass ich als Presse-, Marketing- und Öffentlichkeitsarbeiter im Sport wirken kann.

Welche Stationen Ihrer Ausbildung und Laufbahn würden Sie im Rückblick als die wichtigsten bezeichnen?
Natürlich das Studium und alles, was damit verbunden war. Die Zeit war einfach lehrreich und selbst hat man sich immer mit neuen Gedanken, Meinungen usw. auseinander gesetzt. Wichtig, aufregend und faszinierend empfand ich hierbei mein sechsmonatiges Stipendium in Neapel, in der Stadt, in der eigene Gesetze gelten.

Was würden Sie sich „ersparen“, wenn Sie die Chance für einen zweiten Anlauf auf der Karriereleiter erhielten?
Diese Frage stelle ich mir nicht. Ich habe mich in meinem Tun und Handeln immer frei entscheiden können. Das war mir wichtig. In bestimmten Situationen muss man schwerwiegende Entscheidungen treffen und hier war ich immer mit mir im Reinen. Vielleicht habe ich ein gutes Gespür für solche Situationen. Also: Ich würde alles wieder so machen.

Wie stehen Sie zum Thema Verbandsarbeit?
Vereine oder Verbände haben in Deutschland eine lange Geschichte und sind daher gewachsen und in klaren Strukturen gefestigt. Im Tun und Handeln optimieren sie sich von Jahr zu Jahr. Die Arbeit der Vereine und Verbände ist wichtig für unser gesamtes gesellschaftliches System.

Wozu hätten Sie gern mehr Zeit – beruflich und privat?
Privat hätte ich natürlich gern mehr Zeit für meine Frau und meinen 16 Monate alten Sohn, aber auch mehr Zeit für mich zum Lesen, Schreiben, Tennisspielen oder Radfahren. Beruflich hätte ich gern mal ein Jahr, um neue Projekte zu planen, intensiv zu recherchieren und Dinge sorgfältig vor- und nachzubereiten.

Was ärgert Sie in Ihrem Berufsumfeld am meisten?
Am meisten ärgert es mich, wenn man mit Eitelkeiten von Personen zu kämpfen hat oder diese berücksichtigen muss und im schlechtesten Fall in der Folge die Arbeit darunter leidet. Die Sache sollte im Mittelpunkt stehen.

Und was gefällt Ihnen am besten daran, „Kommunikationswerker“ zu sein?
Das Schöne an meiner Arbeit ist, dass ich Projekte in Gang setzen kann. Spannend ist immer wieder die Umsetzung dieser Vorhaben, da man ja meist unterschiedliche Voraussetzungen hat, und das Ergebnis erfüllt mich dann meist mit Genugtuung. All das gelingt aber nur, wenn man in einem guten Team spielen kann, und das ist derzeit beim Sportbund Pfalz gegeben.

Was sind aus Ihrer Sicht in Zukunft die wichtigsten Aufgaben der PR?
Wichtig sind in der PR Ideen und ihre professionelle Umsetzung. Das ist zwar allgemein formuliert, aber ich denke, das sind zeitlose Aufgaben. Die Umsetzung zähle ich zum Handwerkszeug, für Ideen sind der Geist und die Kreativität gefragt.

Wer ist beruflich Ihr größtes Vorbild?
Ich bewundere Menschen, die gut schreiben können. Ein berufliches Vorbild habe ich nicht.

Wenn Sie als erster Mensch auf den Mars fliegen, welche drei Zeitschriften lassen Sie sich dorthin nachschicken?
Den Spiegel, Die Zeit (Zeitungen gelten doch auch?) und natürlich die Mitgliederzeitung des Sportbundes Pfalz, den Pfalzsport.

Sie haben genau eine Minute lang alle Menschen dieser Welt in einer Konferenzschaltung am Telefon. Was ist Ihre Nachricht?
Ende der 60er Jahre gab es eine Konferenzschaltung via Fernsehen in fast alle Länder der Welt. Jedes Land konnte nacheinander einen kurzen Beitrag senden. Die Engländer sendeten aus einem Londoner Musikstudio. Die Beatles sangen „All you need is love“. Ich denke, das ist die beste Botschaft.

Kai-Asmus Kaufmann

Experte: Herr Kai-Asmus Kaufmann

Kai-Asmus Kaufmann ist Kunsthistoriker M.A. mit einem Studium der Betriebswirtschaftslehre und Kunstgeschichte in Köln, Saarbrücken und Neapel. Seit 2000 ist er Referent für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beim Sportbund Pfalz in Kaiserslautern. Er verantwortet die Redaktion „Pfalzsport“ (Mitgliederzeitung des Sportbundes Pfalz) und aller weiteren Sportbund-Publikationen außerdem ist er Mitglied im Arbeitskreis „Sportgeschichte“ des Sportbundes und seit 2004 Vorstandsmitglied des Sportjournalisten-Vereins Baden-Pfalz, sowie Co-Autor der Dokumentation „Die Pfalz läuft für den Dom – Der Konradslauf ein Glanzpunkte der größten Bürgerinitiative des Pfälzer Sports“.

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© 31.07.2010