Autor: Andreas Becker
Letzte Aktualisierung: 23.01.2009
Darauf sollten Sie beim recherchieren achten
Auch wenn das Recherchieren üblicherweise eher bei Redakteuren und Journalisten angesiedelt ist, so müssen doch auch PR- und Marketingleiter recherchieren, wenn sie beispielsweise einen Fachbeitrag oder einen Anwenderbericht verfassen wollen. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie dabei vorgehen können.
Das Hauptproblem bei Recherchen besteht in der Unsicherheit der Verlässlichkeit von Quellen. Was ist auch schon sicher? Der veröffentliche Fachbeitrag in einer Zeitschrift? Die können sich auch mal irren. Aussagen von Unternehmensberatern und Analysten? Auch die werden ja von irgendjemandem bezahlt, und nicht jeder behält sich da seine Objektivität. Unternehmen? Deren PR-Referenten werden in der Regel stets im Interesse der Unternehmen kommunizieren. Diese Aufzählung könnte beliebig weitergeführt werden, insbesondere sind Internet-Veröffentlichungen kritisch zu betrachten. Daher wichtig: Gerade bei unsicheren Informationen immer die Quelle betonen. Das ist im übrigen auch rechtlich gesehen von großer Bedeutung.
- Recherchen sollten ganzheitlich gesehen werden. Nie nimmt man Informationen nur für einen bestimmten Zweck auf, sondern bastelt Stück für Stück auch immer an seinem eigenen Wissensfundus. Wenn man einen hochkarätigen Informationsträger vor "der Flinte" hat, wäre es fast schon unverzeihlich, nicht auch über das eigentliche Thema hinaus Wissenswertes in Erfahrung zu bringen.
- Schriftliches Dokumentieren in einem katalogisierten Doku-Ordner ist ratsam. Hierüber freuen sich auch die Kollegen, wenn sie mal in ähnliche Richtung zu recherchieren haben.
- Information ist eine Ware. Das ist durchaus auch im herkömmlichen Sinn zu sehen. Wer selbst nur spärlich damit umgeht, darf sich nicht wundern, dass er irgendwann einmal auf Granit stößt, wenn er selbst eine Frage hat.
- Gerade bei wertenden Informationen durch einen Befragten sollte die Gegenseite bedacht bzw. auch gehört werden. Es ist nicht zwingend erforderlich, eine objektive Haltung einzunehmen - das würde dem PR-Geschäft nicht immer förderlich sein. Aber man sollte stets selbst einschätzen können, wie objektiv oder subjektiv eine Aussage ist, die man zur Veröffentlichung weitergibt.
- Das Plagiat (geistiger Diebstahl) ist ein leidiges Thema. Sicherlich übernimmt jeder PR-Fachmann oder auch Journalist irgendwelche Dinge von Kollegen. Bis zu einem gewissen Maß ist das auch durchaus in Ordnung, weil unter dem Strich ja jeder davon profitiert. Doch Vorsicht: Nicht nur in der Wortwahl, sondern auch in Gliede-rung und Argumentationswahl ist das Plagiat zu erkennen - und genau das sollte es nicht sein.
Experte: Herr Andreas Becker
Andreas Becker; M.A. (Jahrgang 1965) ist als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter bei ars publicandi© für die betriebswirtschaftlichen Geschicke des Unternehmens verantwortlich. Know-how und Erfahrung für diesen Aufgabenbereich basieren auf einer kaufmännischen Lehre und entsprechender Berufserfahrung inklusive vierjähriger Tätigkeit als kaufmännischer Leiter. Anfangs noch berufsbeglei-tend folgte das Studium der Informations-, Rechts- und Sportwissenschaften, das er 1995 mit dem Magister-Diplom abschloss; mehrere Praktika bei Rundfunk, Fernsehen, Nachrichtenagenturen und einem wissenschaftlichen Institut ergänzten seine Studienaktivitäten. Zu den journalistischen Stationen gehörte zuletzt die Position des PR-Redakteurs in einer spezialisierten Agentur. Das Schreiben hat sich zum inhaltlichen Schwerpunkt seiner Beratungsaufgaben entwickelt.
E-Mail: ABecker@ars-pr.de
